Komm, wir gehen los !
Das Draußen – jenes große, offene Atelier aus Licht, Luft und Leben – beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Mal wandere ich mit Karte und Kompass, mal lasse ich mich treiben wie ein Herbstblatt im Schaufensterwind. Ob nun durch Wälder oder Wohnviertel, zwischen Supermarktparkplatz und Sonnenaufgang – jeder Weg birgt Geschichten. Man muss sich nur bücken, manchmal auch ein wenig hinknien. Denn Geschichten liegen nicht nur auf der Straße, sie posieren förmlich auf dem Wanderweg.
Komm, wir gehen los !
Nicht unbedingt mit einem Ziel vor Augen, aber mit offenen Augen.
Wir folgen einem Bach, lassen uns von einem Flusslauf begleiten, steigen durch ein stilles Tal, gehen über Höhen und durch Wälder. Wir bleiben stehen, wo etwas unsere Aufmerksamkeit weckt. Ein Felsen. Ein alter Weg. Ein Dorf. Ein Baum. Eine Spur aus längst vergangener Zeit.
Und wenn der Weg uns in die Stadt führt, gehen wir einfach weiter. Flanieren durch Straßen und über Plätze, schauen den Menschen zu, entdecken Häuser, Geschichten und kleine Momente des Alltags.
Wandern. Flanieren. Schauen, was sich zeigt.
Ich nenne diese Art, unterwegs zu sein, Wanderflanieren. Ich möchte nicht einfach nur von einem Ort zum nächsten kommen. Ich möchte schauen, wahrnehmen, staunen, Fragen stellen und Zusammenhänge entdecken. Mich bewegen lassen – von einer Landschaft ebenso wie von einem Menschen, einem Gebäude oder einer Geschichte.
Mal führt uns der Weg hinaus in die Natur, mal mitten hinein ins Leben. Mal wissen wir, wonach wir suchen. Und manchmal entdecken wir gerade das, wonach wir gar nicht gesucht haben.
Komm, wir gehen los.
Schauen wir, was sich zeigt.
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